Aktuelle DSL-Alternativen auf einen Blick

Man kann sich nicht immer aussuchen, wo man wohnt. Für einige Internetnutzer bedeutet das: pfeifende Modemeinwahl statt gepflegtem Highspeed-Surfen per DSL. Es gibt mehrere Gründe dafür, wenn einem die DSL-Verfügbarkeitsprüfung unentwegt die rote Karte zeigt. Pech haben zum Beispiel einige Nutzer in Ostdeutschland: Hier wurden nach der Wende in vielen Gemeinden moderne Glasfaserkabel verlegt. Dumm nur, dass DSL auf das Kupferkabel der Telefonleitung angewiesen ist. Wiederum anders sieht es auf dem Land aus, wo zögernde Investitionen der Telefonanbieter manchem schnellen Internet einen Strich durch die Rechnung machen. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Mittlerweile sind eine Reihe ausgereifter Breitband- Alternativen auf dem Markt, die es in puncto Schnelligkeit und Kosten problemlos mit DSL aufnehmen können. Bevor Sie also die Koffer packen, um in die nächstgrößere Stadt zu ziehen, werfen Sie lieber einen Blick auf die vier folgenden Vorschläge. Internet per Kabel Radio, Fernsehen, Telefon, Fax und Internet – und alles aus einer Dose. Das bewährte Fernsehkabel hat in den letzten Jahren einiges dazu gelernt. Einzige Voraussetzung für das Surfen per Kabel ist ein entsprechender Anschluss, dafür kann man sich aber auch die Kosten einer gesonderten Telefonleitung sparen. Noch einen Vorteil bietet das Kabelnetz: anders als beim Satellitenempfang bleibt die Signalqualität beständig gut, selbst dann, wenn Regenwolken am Himmel aufziehen. Derzeit gibt es in Deutschland drei Unternehmen, die ein solches Multimediakabel anbieten: UnityMedia (ehemals ish und easy) versorgt den Westen in Nordrhein-Westfalen und Hessen, Kabel BW ist in Baden- Württemberg aktiv und die restlichen 13 Bundesländer können die Dienste von Kabel Deutschland in Anspruch nehmen. Die Angebote orientieren sich in etwa am Preisniveau der herkömmlichen DSL-Anbieter.
PREISBEISPIELE
UnityMedia 3play: Telefon- und Internet-Flatrate (6 MBbit/s) inkl. DigitalTV basic für monatl. 30,00 EUR
Kabel BW Clever Kabel: Telefon- und Internet-Flatrate (10 MBbit/s) für monatl. 29,90 EUR
Kabel Deutschland Paket Comfort: Telefon- und Internet-Flatrate (10 MBbit/s) für monatl. 29,90 EUR

Internet per Satellit Wenn die Verbindung unter der Erde nicht zustande kommt, dann muss man es ganz oben versuchen – und zwar mit Signalen aus dem All. Internet per Satellit ist mittlerweile eine ausgereifte Technologie, die Anbieter versprechen eine ortsunabhängige Verfügbarkeit und hohe Bandbreiten. Doch auf der anderen Seite stehen ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor sowie einige Einschränkungen, die Satellitensurfer in Kauf nehmen müssen. Zunächst wird eine SAT-Schüssel auf dem Dach benötigt, welche die Signale empfängt. Das Problem dabei: wie kommen die Upload-Daten wieder zurück ins All? Da bleiben zwei Möglichkeiten, denn entweder man greift noch tiefer in die Tasche und installiert eine Schüssel mit Rückkanal, die Signale auch an den Satelliten übertragen kann. Alternativ übermittelt der Nutzer seine Daten per Modem über die herkömmliche Telefonleitung zurück zum Anbieter. Die Kosten dafür sind entweder im Angebot inbegriffen oder tauchen in der Rechnung eines externen Providers wieder auf. Diese immer noch sparsamste Lösung hat sich in der Praxis durchgesetzt. In jedem Fall werden Nutzer durch den Datenumweg eine Latenzzeit beim Surfen hinnehmen müssen, was sich vor allem beim Online-Gaming bemerkbar macht. Auch hier teilen sich mehrere Anbieter den Markt, die größten unter ihnen sind Skydsl, Astra2Connect und die Telekom.
PREISBEISPIELE Skydsl (www.skydsl.de) skyDSL 2000: Internet-Flatrate (2 MBbit/s) für monatl. 29,90 EUR (Flatrate im Rückkanal gegen Aufpreis) Astra2Connect (www.filiago-shop.de) Filigao Flat 1024: Internet-Flatrate (1 MBbit/s) für monatl. 39,95 EUR (Gegen Aufpreis kann eine sende- und empfangsbereite SAT-Schüssel geleast werden) Telekom (www.t-home.de) T-DSL via Satellit: Internet-Flatrate (1 MBbit/s) für monatl. 79,95 EUR (Flatrate im Rückkanal im Angebot erhalten)

Internet per WIMAX Bei WIMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access) handelt es sich im Grunde um ein aufgebohrtes WLAN-Netz. In der Stadt bringen es die WIMAX-Funkwellen auf eine Reichweite von zwei bis drei Kilometern, auf dem flachen Land hingegen können es schon einmal stolze dreißig Kilometer sein. Die Geschwindigkeiten bewegen sich dabei zwischen 1.000 und 2.000 KBit/s, was es den Nutzern auch erlaubt, Dienste wie VoIP in Anspruch zu nehmen. Seit der Versteigerung der Lizenzen im letzten Jahr, arbeitet eine Gruppe lokaler Anbieter an einem flächendeckenden Ausbau der WIMAX-Netze, dennoch sollte man nicht allzu enttäuscht sein, wenn das eigene Haus nicht im Einzugsgebiet liegt: Die weißen Flecken auf der WIMAX-Landkarte schmelzen zusehends. Zu den ersten Anbietern gehörten die Deutschen Breitbanddienste. Mittlerweile sind eine Reihe anderer hinzugekommen, wie Televersa und Smart DSL, die speziell im ländlichen Bayern für Highspeed-Internet sorgen. PREISBEISPIELE Deutsche Breitbanddienste (www.dslonair.de) DSLonair Basic: Internet-Volumentarif (bis zu 2 MBbit/s) für monatl. 9,95 EUR (1.500 MB Volumen inklusive) Televersa (www.televersa-online.de) Start: Telefon- und Internet-Flatrate (1 MBbit/s) für monatl. 38,00 EUR Smart DSL (www.smart-dsl.de) Smart DSL Angebot: Internet-Flatrate (bis zu 1,5 MBbit/s) für monatl. 39,00 EUR

Internet per UMTS Mittlerweile ist UMTS in der dritten Mobilfunkgeneration angekommen und braucht sich (dank HSDPA) mit übertragungsraten von bis zu 7,2 MBit/s nicht länger zu verstecken. Die Preise sind gefallen und eine täglich wachsende Netzabdeckung macht die Handy-Wellen heute zu einer attraktiven DSL-Alternative. Weiterer Vorteil: Nutzer mit Notebook und Datenkarte sind nicht länger an den heimischen Schreibtisch gebunden. Erfahrungsgemäß gibt es im Mobilsektor eine ganze Reihe von Anbietern, die sich je nach Marktlage unter- oder überbieten, was eine eindeutige Empfehlung erschwert. In jedem Fall kann es nicht schaden, die einzelnen Konditionen gründlich und regelmäßig zu vergleichen und auf den eigenen Bedarf abzustimmen: Gelegenheitsnutzer sind mit einem Volumentarif bestens bedient, für mobile Vielsurfer rechnet sich eher ein Flatrate- Angebot. Moobicent, Vodafone und T-Mobile sind Unternehmen, die beide Optionen anbieten.
PREISBEISPIELE Moobicent (www.moobicent.de) mobileDSL flat: mobile Internet-Flatrate (bis zu 7,2 MBbit/s) für monatl. 39,95 EUR Vodafone (www.televersa-online.de) Fair Flat National: mobile Internet-Flatrate (bis zu 7,2 MBbit/s) für monatl. 49,95 EUR (die Kosten eines Handy-Anschlusses kommen hinzu) T-Mobile (www.t-mobile.de) web'n'walk Large: Internet-Volumentarif (bis zu 7,2 MBbit/s) für monatl. 50,00 EUR (5.000 MB Volumen inklusive, die Kosten des Handy-Vertrages kommen hinzu)